Alles BIO, aber anders: Charlotte. Von Wissenschaft und Praxis - Hand in Hand.
Shownotes
Heute ist Steffi Wimmer von der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein am Biohof Gruber in Kiefersfelden zu Gast und trifft die junge Agrarwissenschaftlerin Charlotte. Sie lebt Wissenschaft und Praxis, Hand in Hand.
In dem Projekt "Lebenswirt Landwirtin" geben fünf Bio-Landwirtinnen aus der Region Einblicke, wie Landwirtschaft heute aus weiblicher Perspektive aussieht, was sie an ihrem Job lieben und auch, was manchmal nervt.
Hier geht's zur Geschichte von Charlotte und zur Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein
Die Podcastreihe "Alles BIO, oder wie?" ist eine Produktion von Radio BUH im Auftrag der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, Bereich Zentrale Aufgaben. Die 34 Öko-Modellregionen im Freistaat sind Teil des Landesprogramms „BioRegio 2030“ der Bayerischen Staatsregierung. Damit soll der regionale Öko-Landbau unterstützt werden, mit dem Ziel bis zum Jahr 2030 insgesamt 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern ökologisch zu bewirtschaften. Die Öko-Modellregionen in Bayern stehen für ökologischen Landbau, ökologische Veredelung und ökologischen Genuss. Sie fördern Wert und Wertschätzung für Akteurinnen und Akteure in den Regionen.
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00:00:00: Und dann muss ich auch immer wieder darauf aufmerksam machen, naja, ich hab's ja auch gelernt.
00:00:04: Wir sind ja genau gleich ausgebildet!
00:00:06: Auch wenn Leute sagen oh du kannst der Traktor fahren und so, dann sag' ich auch mittlerweile nur noch Ja wie gelernt?
00:00:11: Aber ich glaube das ist immer dieses Klischee was man halt so im Kopf hat.
00:00:15: Man denkt irgendwie nicht dass die Frau das auch richtig gelernt hat.
00:00:21: Eine neue Spezialfolge aus der Reihe, alles bio-, aber anders lebenswelt-Landwirtin.
00:00:27: Die Vereinten Nationen haben zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt und das soll auf die wichtige Arbeit von Bäuerinnen, Landwirten und Unternehmern auf Höfenaufmerksam machen.
00:00:39: Steffi Wimmer eine der ManagerInnen der Ökomodellregion Hochries Kampenwand Wendelstein hat sich stellvertretend mit fünf Frauen aus ihrer Gegend getroffen, die alle ganz unterschiedliche Lebensgeschichten haben.
00:00:50: Heute ist Steffi am Biohof Gruber in Kiefersfelden zu Gast und trifft die junge Agrarwissenschaftlerin Charlotte.
00:00:57: Sie lebt Wissenschaft und Praxis Hand-in-Hand!
00:01:00: Ja, hallo Charlotte!
00:01:01: Hallo!
00:01:02: Schäder sie halt bei dir seid ihr?
00:01:04: Magst du einfach ganz kurz erklären wo wir halt sanen genau was es für Betriebe ist?
00:01:08: gerne Also, ich bin die Charlotte Klein.
00:01:11: Ich bin Landwirtin auf dem Beruf Gruber hier.
00:01:15: Das ist der Betrieb von meinem Partner und meinem Freund.
00:01:18: Es ist quasi ein ganz typischer exzensiver Grünlandbetrieb.
00:01:23: Die sind sehr stark diversifiziert also wir haben eine Mutterkuhhaltung wo die Kühe quasi im Sommer auf die Alm gehen auf unsere eigene.
00:01:30: Wir haben Mutterscharfhaltungen für die Landschaftspflege und auch für unsere Wiesen- und Weidenhalt Und dann Strohschweine, die wir messen.
00:01:41: Und hauptsächlich vermarkten wir von all diesen Ziergruppen alles direkt wobei die Schweine unser größtes Standbein sind.
00:01:48: Zudem produzieren wir Butter jetzt nicht im übertriebene Maßstab aber was für den Betrieb schon wichtig also Silo-Bahlen, Heulageballen, Heu und Mais Für einen eigenen Betrieb.
00:02:02: Für einen eignenden und auch teilweise für den Verkauf halt.
00:02:06: Wir haben eine Ferienwollung dazu Weil wir liegen am Kieferer See direkt und das ist halt super schön zum Sommer hier quasi Ferien zu machen.
00:02:16: Und im Winter klar sind wir nah an den Skigebieten, und wir haben einen kleinen Hofladen noch mit dabei der aber auf Selbstbedienung basiert und arbeiten quasi in der Vermarktung direkt mit dem Endverbraucher zusammen oder eben mit der Gastronomie.
00:02:31: Und dort auch gern mit der gerobenen Gastronomie, weil unsere Kühe da haben wir Quasi Wagyu-Kreuzungen mit drinnen.
00:02:38: Bei den Schafen haben wir das Tiroler Bergscharf ist ja auch eine seltene Rasse mittlerweile.
00:02:43: Und bei den Schweinen haben wir die besondere Rasse Durock dabei oder Pietra.
00:02:49: Da kommen meistens ganz gute Flaschqualitäten raus.
00:02:54: Also, das habt ihr sehr umfangreich.
00:02:57: Und du hörst dir schon so oh und die warst ja.
00:02:59: all.
00:02:59: das ist eine sehr große Expertise auch hast.
00:03:01: Magst du zu deinem Hintergrund?
00:03:02: Wie achten wir es dann?
00:03:03: Also total gerne!
00:03:04: Ich habe Agrarwissenschaften studiert im Bachelor & Master in Wein-Steffan Hab dann während dem Studium ein Andi, also den Betriebsleiter, den Inhaber quasi kennengelernt.
00:03:15: Und dann war irgendwann auch klar... Also bei ihm selber gab es einen Schicksalsschlag, sein Papa ist eben früh verstorben und er hat den Betrieb viel früher als geplant geerbt.
00:03:25: Und es war dann immer die Frage, wie machen wir weiter.
00:03:27: Früher war der Betrieb ein reiner Mützigenbetrieb und machen wir's zusammen weiter oder wie geht das?
00:03:33: Dann haben wir quasi noch fettig studiert.
00:03:34: seine Mama und seine Schwester haben den Betrieb in der Zeit quasi so weitergeführt aufrecht gehalten und als der Andi dann fertig war ist er auch zu hundert Prozent hier eben gleich als Betriebsleiter im voller Werb eingestiegen.
00:03:46: und für mich war dann eigentlich klar ich kann nicht direkt hier einsteigen, einfach weil ich gedacht habe also für mich selber.
00:03:54: Ich muss jetzt mit meinem Studium erst mal noch irgendwie... selber irgendwo arbeiten und Geld verdienen, weil ich halt wusste das Geld was ich jetzt so in der freien Wirtschaft als Agrarwissenschaftlerin bekomme, bekomme hier auf dem Betrieb wahrscheinlich nicht.
00:04:07: Und die Frage ist ja dann auch immer ob man das möchte dass quasi der eigene Partner einen irgendwie anstellt und bezahlt und deswegen habe ich dann als Trainee bei der Firma HIP angefangen bin dort mittlerweile jetzt für den gesamten Getreidebereich im Agrarmanagement zuständig, also gar nichts mit Tierhaltung sondern rein Ackerbau und dort Getreide.
00:04:28: Und bin da quasi für die Betreuung der Landwirte in ganz Europa zuständig.
00:04:33: Also sehe viele spannende Betriebe, viele echt sehr professionelle Betriebel weil das ja quasi High Quality ist was sie am Ende produzieren müssen und kann mir von jeder Dienstreise besonders nicht halt im Sommer hab.
00:04:45: immer so kleine Stückchen habe ich das Gefühl mitnehmen und es ist immer sehr spannend.
00:04:50: Also du kannst dir dann auch was mitnehmen und das quasi am Hof irgendwie wieder einbringen.
00:04:54: Ja also da, wir sind ja hier quasi jetzt keine typische Ackerbau-Region und ich glaube es wird auch... noch dauern, bis wir das sind.
00:05:01: Wahrscheinlich der Klimawandel wird da ein bisschen was zu beitragen, dass auch die Regionen immer interessanter für verschiedene Kulturarten und so wird.
00:05:09: aber wir haben ja hier Dauer.
00:05:10: Grünland ist ja auch nicht einfach einfach zu sagen Wir machen jetzt Acker draus Und deswegen kann ich jetzt für den Betrieb individuell vielleicht nicht immer direkt von den Anbaupraktiken etwas mitnehmen.
00:05:20: Aber Ich Kann Von der Einstellung Der Landwirte von dem Problem Den sie haben Mitnehmen.
00:05:25: und Das Interessante Ist es Egal ob das einen sechstausend da großer Betrieb irgendwo in Polen ist oder ob das ein Fünfzig Hektar-Betrieb hier in Oberbayern ist, wo auch immer.
00:05:35: Die Probleme bleiben am Ende die gleichen.
00:05:38: Es gibt wenig Arbeitskräfte und dieser Landdruck, den gibt es überall, wird immer teurer generell.
00:05:44: Deswegen ist es diese ganze Einstellung.
00:05:47: Man hat ja wenige Kollegen oder Kolleginnen und dann merkt man irgendwie, die Themen bleiben überall die gleichen Und das kann ja auch mal schön sein weil das quasi verbindet.
00:06:00: Also du bist ja eigentlich quasi Vollzeit bei Hip.
00:06:02: Ja, aber beschreibst dich ja selber auch als Landwirtin?
00:06:05: Wie sind denn auf dem Hof die Aufgaben verteilt?
00:06:10: Ich sag immer zum Landwirtschaft ist mein Beruf und das bei Hip ist mein Job.
00:06:14: also da verdiene ich mein Geld so quasi Auch wenn mir das total viel Spaß macht.
00:06:18: Und ich sage mal, dass ich es noch nie richtig gerechnet habe Aber ich schätze, dass sich schon nochmal zwanzig Stunden in der Woche hier auf den Betrieb arbeitet weil ich eben am Wochenende oder jetzt auch nach Feierabend, also ich habe die Möglichkeit viel Homeoffice zu machen.
00:06:33: Ich gehe quasi nicht immer in der Früh mit in Stahl außer ... uns fällt allen Arbeitskraft weg, dann gehe ich natürlich mit.
00:06:39: Und dann fange ich quasi während die andere Stall gehen, fang ich an zu arbeiten im Homeoffice und dann kann ich quasi um gegen fünfzehn, sechs Uhr Feierabend machen.
00:06:48: Ich glaube jeder der in Betrieb zu Hause weiß dass da noch kein Feieramt ist sondern dann geht es dann in die nächste Runde so mit Stall gehen und allem möglichen und dann geh ich quasi nochmal raus und genießt das auch total.
00:06:59: also dieses schon mein Hobby und mein Ausgleich.
00:07:03: Mach halt andere Sachen, die dann so mit anstehen.
00:07:06: Und bin dann bis neunzehn Uhr, neunzunddreißig sind wir da meistens noch irgendwie unterwegs und dann ist Feierabend.
00:07:13: Und am Wochenende klar ist es ein bisschen entspannter.
00:07:15: Da versuchen wir uns jetzt am Samstag vielleicht klappt's nicht immer aber sonst auf die Stallzeiten zu reduzieren.
00:07:21: Aber da sind wir quasi nur zu zweit ich und der Andi und unter der Woche haben wir das Glück dass wir noch entweder Praktikanten haben oder, was wir momentan haben einen Effö-Jotler.
00:07:30: Also der macht freiwilliges ökologisches Jahr und er arbeitet quasi fast Vollzeitestens um die dreißig bis fünfunddreißig Stunden in der Woche.
00:07:39: Und der ist natürlich eine krasse Unterstützung gerade für so Arbeiten, die vielleicht sonst auch eher ich erledigen würde, ob das jetzt Ordnung im Stall ist oder auch im Garten sind schöne Sachen, die man aus dann so einer Person geben kann wobei der gut anpacken kann und auch natürlich auf viele andere Sachen macht Ja.
00:07:57: Kannst du das irgendwie noch mal so skizzieren wie ein Tag, weil dir auszieht vielleicht auch in den unterschiedlichen Jahreszeiten?
00:08:04: Weil da ist bestimmt auch Veränderung total!
00:08:07: Also mein typischer Alltag sieht im Winter auf alle Fälle anders aus als im Sommer, weil im Winter sind bei uns alle Tiere drinnen und es ist eigentlich mehr Arbeit.
00:08:19: Es ist ja oft so dass man sagt, ja im Sommer ist quasi die Vegetation und das stressig.
00:08:23: Bei uns ist eigentlich ja Sommer.
00:08:26: Ja, ein Spannter gelingt jetzt vielleicht auch falsch.
00:08:28: Aber ist auf alle Fälle anders?
00:08:30: Man muss sich nicht so extrem an alle Stallzeiten und alles orientieren.
00:08:34: Man ist ein bisschen flexibler das vielleicht der richtige Ausdruck.
00:08:37: Und im Winter sieht quasi den Tag so aus ich stehe um sechs Uhr halb sieben aus.
00:08:43: Ist eigentlich okay weil wir ja nicht melden.
00:08:45: haben wir vielleicht Glück?
00:08:46: dann setz' ich mich an wenn es jetzt ein typischer Homeoffice-Tag ist an Schreibtisch Arbeite eben bis zu fünfzehn, sechzehn Uhr und kann danach mit in den Stall gehen.
00:08:55: Bis neunzehnt, neunzentzein dreißig das ist so der Winter.
00:08:58: was haben wir dafür arbeiten?
00:09:00: also wir gehen quasi im Stall ich fütter Ich mache die Liegebocken sauber ich streue ein macht die Tierkontrolle Das mache ich halt ganz viel.
00:09:10: Wir haben viele Kälber im Winter weil es ja eine Mutterkuhhaltung ist für versuchen CSNAL abzukalben.
00:09:14: das heißt man kümmert sich auch um die wobei es sehr entspannt hat weil sie quasi mit der Mutter mitgehen.
00:09:19: also im Idealfall kümmern sich die Mutter Also die Mutter Kuh.
00:09:22: Genau, dann ist eigentlich auch irgendwie schon wieder Feierabend und an einem Wochenende im Winter versuchen wir alle Tiere in der Früh zu füttern.
00:09:31: Alle Schweine, alle Schafe und alle Kühe machen natürlich den Stall alles sauber und machen dann am Abend quasi nur noch den Stallgang.
00:09:40: bei den Kühen liegeboxen, bei den Schweinen einmal kurz durchgehen.
00:09:43: Da muss man dann eigentlich nicht mehr viel machen.
00:09:45: Die schlafen da noch oft schon weil es quasi schon dunkel ist und Schweine sich da extrem daran orientieren wenn's dann einmal kalt ist.
00:09:51: Dann gehen die eigentlich nicht mal wirklich... sind sie nicht mehr aktiv?
00:09:54: Kuscheln sich das alle zusammen und schlaven Und dann wird natürlich nach den Schafen auch nochmal geguckt und dann ist eigentlich auch schon wieder feierabend.
00:10:02: Im Sommer ist es ganz anders weil wir dort alle Tiere auf der Weide haben.
00:10:06: Das heißt entsteht dann vielleicht am Nachmittag noch mal Zäune umstecken, Kühe umtreiben gerade wenn man oder auch Schafe wo man mehrere Personen irgendwie braucht.
00:10:15: Da helfe ich halt mit und dann haben wir immer einen Teil... kleinen Gemüseanbau, also wirklich klein für unseren Hofladen.
00:10:23: Wir haben jetzt seit letztem Jahr so Blumen zum Selberpflücken gehabt.
00:10:27: Also das sind dann so Sachen da geh ich noch mal hin, Unkrautjäten gucken und irgendwelche Krankheiten drin.
00:10:32: was müssen wir machen?
00:10:33: Wir hatten letztes Jahr dann den Kartoffelkäfer.
00:10:35: wie gehen wir damit um denn immer händisch raus glauben.
00:10:37: Wir sind ja Bio also wir können wenig dagegen machen.
00:10:40: Sie müssen dann eigentlich händischerlich gucken die kranken Pflanzen oder eben mit Nützlingen oder was auch immer halt zu arbeiten.
00:10:48: ganz leidenschaftlich gerne Traktor und wenn dann halt arbeiten sind, dann sitze ich halt auf dem Traktor.
00:10:54: Und versuche quasi an die auch mal was abzunehmen wobei gerade beim Bulldog fahren das eher so ist dass wir ausreiten.
00:11:02: Ja wer darf jetzt fahren?
00:11:04: Weil wir haben nur einen!
00:11:06: Deswegen ist es immer.
00:11:07: aber ich glaube wenn wir wirklich viel zu tun haben freut er sich auch dass er mal zwischendrin etwas anderes machen kann.
00:11:12: und so versuchen wir das quasi aufzuteilen.
00:11:15: Ja, cool.
00:11:15: Weil ich hab schon gehört ... dass oft so, oder ich weiß es auch als eigener Erfahrung, dass oft Maschinen bedienen und vor allem dann zu größere Arbeiten beim Traktor wie eine Männerstache ist.
00:11:27: Wobei das bei mir einfach von meinem Grundinteresse anders war?
00:11:32: Ich habe Agrarwissenschaften studiert, weil ich Landmaschinen cool finde.
00:11:35: Also ich hab eigentlich überlegt, mach ich Umweltingenieur- wissenschaften oder Maschinbau Davon gelesen und hab mir gesagt, es vereint jetzt beides.
00:11:45: dann versuche ich's.
00:11:47: Und da habe ich halt nicht die Autos oder keine anderen irgendwelche Maschinen sondern hab Landmaschinen und bin ab dem ersten Semester von Leidenschaften.
00:11:56: Ich hab mich auch oft das spezialisiert.
00:11:58: Also hab eigentlich im Master Richtung Agrarmechatronik also quasi das Innenausstattung vom Traktor und wie quasi Isobus-Systeme und wie das alles funktioniert eher in die Richtung.
00:12:08: Das heißt an die Wurste ganz genau dass das mit ein großes Interesse ist.
00:12:12: Ich sage halt immer, dass die ganzen landwirtschaftlichen Maschinen ... Die sind so frauenfeindlich.
00:12:17: Weil nichts daran ist einfach oder leicht?
00:12:19: Es ist alles sauschwer!
00:12:22: Egal ob das die... Zappfälle ist, die anzuhängen.
00:12:24: Ich muss immer mit meinen Beinen das dann so mit ausbalancieren weil ich es einfach von meiner Armkraft nicht so lange halten kann.
00:12:31: Also ich sage mal wenn's mehr Frauen geben würde, die wahrscheinlich Traktor fahren würden Dann wäre es auch irgendwann mal diesen Nied gegeben in der Industrie das leichter zu machen.
00:12:39: aber da gab's halt nie einen Bedarf und deswegen ist das alles noch so sauschwer Und das macht es halt nur nervig, finde ich.
00:12:45: In der Hinsicht, dass man manchmal das Gefühl hat ... Man kann das bedienen und man hat's verstanden wie es funktioniert aber einem fehlt manchmal einfach eine gewisse Kraft oder auch dann die Routine, dass ihr jetzt weiß ist das ein Problem oder habe ich jetzt irgendwas kaputt gemacht?
00:13:00: Oder ist das normales Geräusch?
00:13:02: Aber sonst, ich glaube wir machen auch gerne... Männer, oder ich weiß nicht ob es Männer machen.
00:13:06: Das machen gerne alle Leute die Landmaschinen bedienen.
00:13:09: dass das so komplex ist oder das muss man irgendwie gelernt haben oder vielleicht schon in die Wiege gelegt haben glaube ich nicht dran.
00:13:15: also ich glaub das ist was wenn ich Autofahren lernen kann mit Achtzehn dann kann ich auch das lernen.
00:13:21: und ich hatte irgendwann mal die Diskussion mit dem an die weil wir irgendwas Dann musst du schnell, schnell gehen.
00:13:27: und dann hab ich auch gesagt ja dann mach du lieber weil es muss schnell schnell gehen.
00:13:31: Und so und dann haben wir danach auch drüber geredet.
00:13:33: und dann habe ich halt auch gesagt das ist halt schon verrückt weil uns trennen in dem ganzen zwei Jahre.
00:13:38: also er hat mit sechzehn seinen Bulldogführerschein gemacht ich mit acht zu neunzehn.
00:13:42: Also wer glaubt dass man die nicht aufholen kann das ist genau.
00:13:54: Ich glaube, da ist viel auch einfach Sozialisierung.
00:13:57: Und wie du sagst ich glaube es gibt einfach zu wenige Frauen die das Handwerk auch lernen.
00:14:02: also ja Mechatronikerin dann Auto ist vielleicht noch gängiger wobei der auch irgendwie oder hat das gemacht von zwei Mädels und ich habe Landmaschine ist dann nochmal ein Step Ja!
00:14:14: Und ich glaub' auch dass halt prinzipiell mir oft von Vorteil ist oder bei mir persönlich das von Vorteils, dass meine Eltern... also ich komme nicht vom landwirtschaftlichen Betrieb.
00:14:25: Das heißt, ich kenne diese Art von Aufteilung gar nicht.
00:14:28: Also klar, ich habe das dann kennengelernt durch meine Ausbildung als im Studium und auch die ersten Praktika, die ich gemacht hab.
00:14:35: Da habe ich schon gemerkt okay man wird als Frau sehr besonders dargestellt, man das jetzt kann Das ist supercool.
00:14:43: Und das machen Frauen gerne untereinander, es machen aber auch Männer gerne mit einem, dass sie sagen, boah du kannst, das ist ja total krass und so.
00:14:49: Ich hab mir halt gedacht warum?
00:14:51: Also ich habe jetzt nicht gemerkt, warum ich ein Mann sein müsste um eine gewisse Maschine zu benieten.
00:14:58: Ja klar!
00:14:59: Aber finde ich total spannend den Hintergrund.
00:15:02: also ist es einfach selten.
00:15:04: Das stimmt.
00:15:05: Es ist selten und es wird auch immer wieder so dargestellt, man kann in diesem Beruf nur starten wenn man irgendwie vom Betrieb kommt und das ist super wichtig um quasi diese Belastbarkeit zu haben, um das zu kennen und mittlerweile glaube ich sogar dass ganz andersrum ist.
00:15:20: Ich glaub die Branche braucht Leute von außen kommen also nicht nur für den neuen Wind sondern ich glaube wir brauchen einfach Leute die in dem Beruf arbeiten wollen, die das aufrechterhalten wollen.
00:15:31: Es gibt so viele Betriebe aufhören, weil es keinen Nachfolger gibt.
00:15:35: Keinen der das machen möchte.
00:15:37: und warum nicht dass jemanden machen lassen, der nicht aus der Familie kommt?
00:15:42: Weil ich glaube, dass das Filmbetrieben gut tut.
00:15:45: und ich habe eben mit einem Landwirt gesprochen, der gesagt hat er bildet keine Leute mehr aus, keine Landwirte oder Landwirtsinnen mehr die selber einen Betrieb zuhause haben.
00:15:54: Weil er gesagt hat die hauen ihn ja ab!
00:15:56: Er bildet die aus, er steckt die Energie da rein und er braucht jemanden der ihn unterstützt.
00:16:00: Und er will ja wenn er jemanden ausbildt an liebsten dasselben wenigstens noch fünf Jahre oder so bleibt.
00:16:05: Das fand ich so spannend weil ich das auch weiß aus Andis Familie, dass es immer als besonders dargestellt wird, dass man quasi außerhalb der landwirtschaftlichen... also dass man nicht aus der Landwirtschaft kommt und man sich diesen Job so antut.
00:16:19: Ich glaube echt Das was es total vergessen wird, dass genau das diese Leute brauchen.
00:16:24: Weil die eben vielleicht ein System aufrecht erhalten könnten, das jetzt gerade anfängt zu zupröckeln weil die eigenen Kinder von Eltern, die Landwurther sind, vielleicht bemerken, das ist gar nicht so eine erstrehmenswerter Job.
00:16:36: bei meinen Eltern haben wir ihr ganzes Leben lang nur gearbeitet und vielleicht mache ich lieber etwas anderes.
00:16:40: oder wenn du vielleicht nicht aus der Landwirtschaft kommst dann bringst du einfach wie du sagst diese Offenheit mit genau aus dieser Rohr belastet und hast einfach auch neue Ideen.
00:16:49: Aber wie hast du das Gefühl, wird es irgendwie eher leicht oder eher schwer gemacht?
00:16:53: Ich hab schon das Gefühl dass die Barriere schon sehr hoch ist.
00:16:56: Ja!
00:16:56: Es wird schon einem schwer gemacht.
00:16:58: also ich mein kommt nie irgendwo hin und erzählt das und alle denken sich ja mega cool genau richtige Person die hier sitzt.
00:17:05: sondern es ist eigentlich immer so Du musst erst allen beweisen Dass du das schon kannst Also dass du auch ein bisschen verstanden hast was denn die wirklichen Probleme der Landwirtschaft ist.
00:17:14: Und gerade ist es natürlich auch noch für mich schwierig weil ich studiert habe.
00:17:18: Also wenn ich die Ausbildung gemacht habe, ich bereue es auch ein bisschen.
00:17:20: Weil ich hab zwischenzeitlich überlegt ob ich diese Ausbildung mache.
00:17:23: Schon ganz früh im Studium habe ich überlegt, sollte ich lieber noch eine Ausbildung machen?
00:17:27: Dann war ich mit meinem Bachelor fertig und dann habe ich wirklich überlegt... ...ob ich jetzt einfach die Ausbildung mache!
00:17:32: Dann haben wir alle gesagt, das bringt doch nichts.
00:17:35: Weil du kannst dir dein praktisches Wissen jetzt auch über Praktika und Arbeiten einfach mit dazuholen.
00:17:40: Du musst nicht in die Berufsschule gehen so weil die Ausbildung was berufschulmäßig zapp ich halt schon über meinen Bachelor auch.
00:17:46: also das ist halt.
00:17:47: aber ich glaube es würde mir so vieles nicht nur im privaten also im persönlichen Umfeld hiermit landwirten oder auch inter familiär sondern auch beruflich so viel leichter machen.
00:17:59: Wenn ich einfach sagen könnte, ich bin gelernte Landwirtin und mich bin studierte Landwürttin.
00:18:04: Also glaube ich schon.
00:18:06: Was bisschen schade ist?
00:18:07: Ja total!
00:18:08: Aber ich verstehe es weiß gibt viele die Landwirtschaft studiert haben von der Praxis keine Ahnung haben Und das ist natürlich auch ein Problem dass es irgendwie funktioniert.
00:18:16: sicherlich auch ein problem dass man gewisse Pflicht praktiker einfach weggemacht hat, weil man gemägt hat dann Studierendes weniger Leute.
00:18:22: Weil sie dann jahrlang über oder ein halbes Jahr irgendwo arbeiten müssen ist natürlich nicht gut.
00:18:27: aber ich verstehe auch dass man versucht die Studienzahlen ausrecht zu erhalten weil darüber werden halt Fördergelder bekommt man oder darüber bekommen Geld je nachdem wie viele Leute das studieren wollen und deswegen muss man sich vielleicht auch als Uni oder so da quasi anpassen.
00:18:41: Aber ich glaube, für so ein Beruf der so nah an die Praxis gekoppelt ist, ist es halt wahnsinnig schwierig.
00:18:46: Weil Landwirtschaft ist halt sowas.
00:18:48: Es gab zuerst den praktischen Beruf und dann kam das Studium.
00:18:52: Weil man gemerkt hat, es gibt eben Versorgungsengpäste, es gib Dürren, es geb Menschen, die sterben weil sie kein Essen haben.
00:18:58: Und dann hat man so gesagt wir brauchen Leute, die sich damit beschäftigen.
00:19:02: Wenn man jetzt vielleicht aus anderen Bereichen sieht keine Ahnung aber da... gab es vielleicht auch teilweise, hat man das zuerst so verkopft gedacht und dann ist das in so einer Art Praxis übergegangen.
00:19:12: Und ich glaube Landwirtschaft sollte auf einem handwerklicher Beruf bleiben und da sollten noch Leute die die Ausbildung machen, die sind die, die das am Ende halt stemmen dass das System auch so erhalten bleibt und das am ende Lebensmittel produziert werden.
00:19:24: und deswegen ist es auch wichtig, dass das halt so bleibt.
00:19:26: aber man sollte quasi nicht diese zwei Fronten noch weiter verhärten weil am Ende müsste das Hand in Hand gehen.
00:19:33: Ich glaube, das ist der Punkt, dass man zusammenarbeiten will.
00:19:41: Du hast ja wahrscheinlich keine Vorurteile Landwirten gegenüber?
00:19:44: Sondern bist du denen sehr offen?
00:19:45: Ja!
00:19:46: Und Sie haben aber vor, wer halt dir ging?
00:19:49: Das ist, glaub ich auch schwer, oder?
00:19:51: Ja, bei mir ist das einmal, weil ich nicht aus der Landwirtschaft komme und kein Bayerisch spreche.
00:19:57: Also jetzt hier regional gesehen.
00:19:59: Weil ich eine Frau bin, sind schon Sachen, die erst mal so triggern.
00:20:03: Wo man erstmal denkt, die Person kann keine Ahnung haben, glaube ich... Und ich glaube, der Andi, der selber eben den Betrieb zu Hause hat.
00:20:10: Der Weyre spricht, der ein Mann ist und studiert hat – da glaube ich, denen nehmen schon total viele ernst!
00:20:16: Weil sie merken halt die maximal höchste Ausbildung erreicht und er muss es schon wissen.
00:20:22: Er weiß auch sehr viel.
00:20:23: also keine Frage und ich glaube das ist dann schon manchmal… Es ist schon schade weil man quasi erstmal so beweisen muss ja... Also ich habe's schon auch gelernt oder voll.
00:20:32: viele sagen auch immer ja, eben wenn ich mit Andi zusammen arbeite ob das dann eben auch nicht manchmal schwierig ist wegen der Dynamik.
00:20:38: Oder es ist ja sein Betrieb und ich bin da ja quasi nur dazugekommen.
00:20:43: Und dann muss ich auch immer wieder darauf aufmerksam machen naja ich hab's ja auch gelernt wir sind ja genau gleich ausgebildet.
00:20:49: Es macht natürlich für uns in der Beziehung einfach weil wir auf Augenhöhe sind.
00:20:53: aber auch wenn Leute sagen oh du kannst sehr Traktor fahren und so dann sage ich auch mittlerweile nur noch Ja wie gelernt?
00:20:59: Weil ich mir immer denke, warum muss man das?
00:21:02: Also zum Andi würde das niemand sagen.
00:21:04: Weil irgendwie da alle gehen davon aus, er hat sehr gelernt und bei mir denken halt immer alle Ich hab eigentlich was anderes gelernt und bin quasi auf den Betrieb dazugekommen Was ja auch vollkommen in Ordnung ist.
00:21:15: aber ich glaube Das ist immer dieses Klischee was man halt so im Kopf hat.
00:21:18: Man denkt irgendwie nicht dass die Frau dazu das auch richtig gelernt hat Und ich glaube, es ist halt eben so dadurch dass ich eben nicht vom Betrieb komme.
00:21:27: Es ist neigend an Leute quasi die dann glauben sie haben oder auch haben sicherlich diese Nähe zum Betrieb das man quasi mir dann da auch eher helfen müsste das einzuordnen und das ist aber glaub ich immer, ich glaube das ganz typisch weil ich habe das auch mit ganz vielen Frauen auch schon auf Betriebe dazugekommen sind, gehört das halt als ob die jetzt aus der Landwirtschaft kommen oder nicht.
00:21:49: Aber dieses Austrarieren, also wie man quasi sich dagegen seitlich so austauscht und so, dass ist halt glaube ich überall das Gleiche, ne?
00:21:57: Dass man irgendwie auf der einen Seite möchte, dass es gesehen wird was man macht.
00:22:01: Und auf der anderen Seite möchte man aber natürlich auch nicht, dass jemand einem sagt, wie man's machen soll und so... Typisches.
00:22:07: Und es ist ja auch gar nicht auf die unterschiedlichen Generationen bezogen, sondern es ist generell also auf alle, die quasi den Betrieb nahestehen bezogen.
00:22:16: Aber was eigentlich schön ist, was man sich jetzt vielleicht auch aus dem Gespräch mitnehmen kann, zählt ja nicht nur für die Landwirtschaft, sondern dass man einfach weniger denkt und hat alles verstanden, sondern einfach offener ist der auch vielleicht einmal öfter nachfährt.
00:22:29: Umso mehr, ich denke mir immer umso mehr Leute denken sie haben irgendetwas verstanden egal was das so eher kann man sich sicher sein dass die Person das absolut nicht verstanden hat weil ich glaube jemand der sich wirklich für etwas interessiert also der kann auch zugeben dass er gewisse Sachen noch nicht verstanden hat und leute die immer so darauf beharren dass sie das wissen und dass sie können die versuchen vielleicht nur zu verschneiern dass sie es vielleicht irgendwo auch nicht wissen.
00:22:55: Aber ich glaube, das ist ganz viel auch von deinem wissenschaftlichen Hintergrund.
00:23:02: Wie jetzt mal sagen und auch dass du dich beim Andidal gut darüber austauschen kannst?
00:23:06: Ja weißt du halt den Nährwert, dass man sich die ganze Zeit wieder weiter fortbildet.
00:23:11: Und genau!
00:23:11: Das ist eigentlich Wissenschaft... was du überlegt hast, eine Theorie.
00:23:15: Und dann kommt jemand anders und sagt es ist doch anders?
00:23:17: Und dann sagt wieder jemand anderes in ein paar Jahren, dass das jetzt doch wieder auch ganz anders.
00:23:22: und so funktioniert ja Wissenschaft!
00:23:24: Und nur so kommt man glaube ich auch als Gesellschaft weiter – und das ist ja egal ob als Gesellschaft oder als Familie oder als Betrieb.
00:23:29: Du musst dich ja permanent hinterfragen.
00:23:31: Und der Problem ist wenn du aber so eine Arbeit drinsteckst, dass du vielleicht dich irgendwann nicht hinterfragend kannst, weil du gar keine Zeit hast.
00:23:37: Ich glaub', das ist halt voll wichtig, dass die Landwirtschaft wieder beginnt irgendwie ermöglicht wird, dass du auch mal Zeit hast Dinge zu hinterfragen und auch mal die Zeit hast Luft zu holen und dich wieder auf die Arbeit zu freuen.
00:23:51: Und zu sagen okay jetzt habe ich meinen Tag irgendwie ein bisschen Pause gehabt um morgen freue ich mich schon wieder das sich entsteigen kann.
00:23:56: oder zu den Tieren und ich glaube das kommt manchmal so kurz wie wichtig das halt eigentlich ist.
00:24:02: Das kennt ja jeder aus dem Urlaub vielleicht oder ich kenn's euch ja doch früher viel Urlaub machen konnte, als Familie mit meinen Eltern.
00:24:09: Dass man dann quasi sich ja irgendwann auch mal wieder freut auf seinen Alltag und ich glaube das fehlt halt so prinzipiell in der Landwirtschaft.
00:24:26: Es ist sehr schön eigentlich zu hören dass ihr intern auf Augenhöhe seid und das hat sich auch so.
00:24:31: anders will es einfach auch mega gut klappen mit der Zusammenarbeit.
00:24:35: Aber wie geht dir denn mit dieser Außenwahrnehmung?
00:24:37: um, also sprecht ihr da oft drüber?
00:24:39: Viel ja.
00:24:40: Also viel aber immer von mir aus weil ich halt mich das dann triggert und ich bin so ein Mensch, muss es besprechen.
00:24:47: Ich muss mich über Leute aufregen können, ich musste mich über Kommentare aufrehen können, weil ich bin nicht jemand der sich das in sich nimmt und einfach mit sich selber irgendwie auswangen, sondern ich mach das über das Gespräch mit anderen, mache ich das noch mit mir aus wie ich das finde... Das ist auch wichtig, es da im Gespräch zu bleiben und diese Strukturen oder Verhaltensweisen einfach auch wahrzunehmen.
00:25:09: Ja!
00:25:10: Und das nicht so als normal abzustempeln weil wäre ja schön wenn sich da eigentlich was verändert, gell?
00:25:15: Total.
00:25:15: also ich glaube auch dass es super wichtig ist, dass sich halt Männer oder jetzt gerade die in meiner Generation sind, die in dem Beruf starten, sich darüber bewusst sind, dass es die Realität für Frauen die in den Beruf starte und da ist ein bisschen Unterschied zu dem wenn man als Mann in diesem Beruf startet oder vielleicht nicht nur ein bisschen großer Unterschied.
00:25:34: Und das muss man sich auch bewusst sein, dass es in anderen Branchen so ist.
00:25:37: Es ist ja prinzipiell so, dass man als Frau vielleicht im Berufsleben erst mal irgendwie gewisse Nachteile hat unterschätzt wird.
00:25:45: Aber in der Landwirtschaft ist halt das Krasse, dass ich immer sage, ich glaube es gibt halt kaum einen Beruf, der noch so konservativ lebt und das auch so durchzieht.
00:25:53: wie's halt in der landwirtschaft ist.
00:25:55: also dieses typische Bild was sie auch nach außen jetzt für Leute die aus der Stadt kommen, die gar keine bürgerungspunkte haben.
00:26:00: Das Bild ist ja aufrecht... Also es wird so krass aufrecht gehalten, dass quasi die frau sich um die Kinder und den Haushalt kümmert und der Mann ist für draußen und für die für die harte Arbeit zuständig und kommt zurück und die Frau hat den haushalt gemacht.
00:26:13: Dieses Rollenbild ist total sinnvoll in der Landwirtschaft.
00:26:17: Ich glaube auch, dass es total stark, wenn eine Frau sagt sie ist Hauswirtschaftlerin und der Mann das Landwirt und Sie können sich das so aufteilen und beide mal halten ihre Systeme aufrecht.
00:26:26: ich habe auf so einem Betrieb lange mein Praktikum gemacht.
00:26:29: Sie Hauswirtschaftsmeisterin eher Landwirtschafts-Meister Weil jeder natürlich seinen Bereich hatte.
00:26:36: Aber ich kann das nicht machen, weil ich das nicht gelernt hab.
00:26:39: Das ist immer mein Punkt am Ende.
00:26:40: Ich gehen gar nicht ... Ich wär ja wahrscheinlich keine gute Hauswirtschaftlerin.
00:26:45: Also, ich bin's auch nicht!
00:26:46: Soll ich es dann gut machen?
00:26:48: Dann denke ich mir, sind die Andi und ich wieder irgendwie gleich.
00:26:51: Und dann kann er im Haushalt das Gleiche versuchen zu übernehmen wie ich.
00:26:55: Weil wir kommen mit dem Gleichen.
00:26:58: Total.
00:26:59: Wie teilt ihr euch den Haushalt auf?
00:27:01: Was willst du da?
00:27:03: Wir haben, da ich das ja nicht immer hier vor Ort bin machen wir es so.
00:27:07: Also ich glaube Kochen mittags ist Fifty-Fifty aufgeteilt und die kocht auch sehr gut weil so glauben ihm aber sogar Inhalt seiner Familie total viele Leute nicht dass er das auch wirklich macht.
00:27:17: Das ist dann quasi genau anders.
00:27:18: genau oder wird er auch diskriminiert auf irgendeine Art und Weise, dass man so denkt er kann das alles nicht oder so?
00:27:23: Ist gar nicht stimmen!
00:27:25: Aber ich sag mal was unsere Ferienwohnungen angeht Und was Wäsche angeht und das ist ja durch Ferienwohnungen auch nicht wenig.
00:27:32: Ich mach alles ich, okay?
00:27:34: Das ist aber auch so ab... Ich sag mal Putzen!
00:27:37: Ich glaube, ich hab ein bisschen besseres.
00:27:39: Auge dafür.
00:27:40: Ich glaube, das ist auch erlernt.
00:27:42: aber Andy ist ein ordentlicher Mensch und so natürlich der saugt ja auch durch und wüscht hier auch mal durch.
00:27:48: ich glaub trotzdem dass es prozentual bei mir ein bisschen mehr ist.
00:27:51: also ich würde mal sagen putzen mache ich wahrscheinlich sechzig-siebzig Prozentwäsche hundertprozentig außer die Wäsche die im Zelligeraum braucht und steilwäschchen macht ihr selber Weil wir eben für unsere Praktikanten oder den Effo-Jotler auch waschen die Steilsachen, weil wir eine eigene Waschmaschine dafür haben.
00:28:09: Und sonst ja also Ferienwohnungen haben wir das Glück – das muss ich dazu sagen, weil es wirkte jetzt so als ob ich die alle machen würde – Wir haben das Glück, dass wieder Unterstützung gekommen von zwei Frauen, die schon in Rente sind und der Andi macht aber alles, was im Büro ist.
00:28:25: Also diese Aufteilung, dass das oft die Frau macht würde er sich, glaube ich auch nicht nehmen lassen.
00:28:30: Und wenn es voll wichtig ist, deinen Überblick zu behalten und somit macht ihr auf die gesamte Ferienbuchung und die Organisation dort hinten rum.
00:28:38: Das ist ja auch nicht wenig und das darf wir auch nicht vergessen.
00:28:40: Also wir versuchen's schon fair aufzuteilen!
00:28:42: Und die Buchhaltung macht komplett der Andi?
00:28:44: Ja, also ich helfe ihm nur vielleicht.
00:28:46: Also er macht alles für den gesamten Betrieb... kommen höchstens dazu, wenn es Zeitdruck gibt.
00:28:54: Dass das jetzt alles abgeheftet werden muss oder fürs Kassenbuch und so, dass das alles runtergeschrieben wird die ganzen Belege, dass ich das halt dann helfe beim quasi einfach zusammenzufassen.
00:29:03: aber den Überblick habe ich definitiv nicht.
00:29:11: Fällt noch als Abschlussfrage?
00:29:13: Blickst du in die Zukunft eigentlich positiv?
00:29:18: Der Andi und ich haben ja eben super früh dem Betrieb übernommen.
00:29:24: Wir haben dementsprechend viele Berufskollegen, die noch nicht in unserem Alter sind.
00:29:27: Und ich blicke darauf eigentlich positiv, dass viele junge Leute hoffentlich nachkommen und man sich mit denen auch nochmal besser quasi vernetzt – in dem Sinne, dass man da auch irgendwie so eine Art Kollegen halt, mit dem man sich austauscht.
00:29:42: Ich glaube, die ganze Sache mit Frauen in der Landwirtschaft und arbeiten in der landwirtschaft als Frau, egal ob man jetzt den Betriebsinhaberin ist oder da mitarbeitet, oder eine angestellte Person ist.
00:29:54: Oder wie auch immer blicke ich eigentlich auch positiv weil ich davon überzeugt bin dass es nur besser werden kann.
00:30:00: Ich glaube nicht das sich die Frauen wieder nehmen lassen quasi dass es zurück geht in gewisse Strukturen und es machen ja jetzt gerade zahlreiche Verbände und Politik Werb um, also in der Aga-Politik wird die Frau jetzt irgendwie besonders hervorgestellt.
00:30:16: Ob das der Bauernverband ist?
00:30:19: Das Jahr der Frauen in der Landwirtschaft eigentlich gut.
00:30:22: Ich hoffe halt, dass es nicht nach hinten losgeht.
00:30:25: Weil ich glaube genau diese Energie sollte man nutzen, um nicht einzufrauen als besonders toll darzustellen und dann aber wieder quasi die gesamten Frauen durch diese eine Frau, dass die einen Hintergrund rücken.
00:30:37: Weil nur die macht das quasi richtig!
00:30:39: Das ist die Powerfrau.
00:30:40: So ich hasse auch schon diesen Ausdruck, schon Powerfrau.
00:30:43: Sondern dass man halt einfach sagt so egal welchen Weg die Frauen der Landwirtschaft eingenommen hat ob das jetzt ist eben sie ist die Betriebsinhaberin oder die Landwirten oder Sie ist dort die Hauswirtschaftlerin?
00:30:54: Oder was auch immer... Dass das einfach als wenn man es damit einfach zufrieden und man gibt sich auch damit zur Frieden dass die Frauen das so entschieden haben und man lässt ihnen auch die Entscheidung halt dass sie mehr Mitsprache recht bekommen, das wäre natürlich schön.
00:31:08: Und dass sich vielmehr junge Mädels, die vielleicht auch nicht aus der Landwirtschaft kommen, sich entscheiden diesen Beruf einfach mal anzutreten und einfach auszuprobieren?
00:31:17: Weil dieses Vorurteil ... Dass man das nicht kann, stimmt halt nicht!
00:31:22: Das erhoffe ich mir und ich glaube auch, dass es besser wird.
00:31:25: Einfach schon allein weil es jetzt immer mehr Frauen gibt, die typisch männliche Berufe oder so anfangen dieses Bild von typischen Frauenbuch und typischen Männerbufen eigentlich nicht geben sollte.
00:31:39: Wenn man ja auch weiß, und das ist ja wissenschaftlich wieder bewiesen.
00:31:41: Das kommt dann wieder zurück zur Wissenschaft.
00:31:43: Je diversifizierter eine Gesellschaft ist, egal ob es Gesellschaft ein Arbeitsteam ist – was auch immer -, dass du erfolgreicher ist als am Ende.
00:31:52: Also in der Gesellschaft die sowohl gleich viele Frauen wie Männer hat, als dass du Erfolgeriche hast.
00:31:57: Ist es also ein Team wo nur Frauen sitzen oder ein team wo nur Männer sitzen?
00:32:00: Es ist weniger erfolgreicher denn das Team wo Fifty-Fifty ist!
00:32:03: Das ist eigentlich doch schon recht als Zeichen.
00:32:06: Und ich glaube, das müssen wir sein entwickeln weil wahrscheinlich Betriebe die am Ende Frauen einstellen und Männer einstellen als Landwirte oder die so arbeiten auch vielleicht erfolgreicher sein werden als Betrieber wo dann nur Männer arbeiten.
00:32:19: Das waren glaube ich ganz coole Abschlussworte und man kann ja glaub ich immer am meisten erreichen indem man in seinem kleinen Dunstkreis was verändert und da seid ihr ja erwacht.
00:32:30: Schönes Beispiel, dass es eben auch auf Augenhöfen zu nehmen kann.
00:32:34: Ja ich denke auch und ich glaube auch das ist auch für viele die jetzt bei uns lernen oder den Praktikum machen und irgendwann wollen also wollen wir ja... Ich bin auch Ausbilderin von Landwirte und dann irgendwann wollen wir das auch wieder anfangen, dass wir ausbilden Und ich glaube diese typische Ausbildung zum Landwirt, dass man da nur nur draußen unterwegs ist, die wird's bei uns halt auch nicht geben.
00:32:54: Weil wenn Andy kocht dann kann ja auch der Azubi sich einmal die Woche anherstellen und einfach nudeln mit irgendeiner Soße oder was umgekochen muss ja nichts Großartiges sein.
00:33:04: Ich glaub das ist wichtig.
00:33:05: oder wenn gewaschen wird dass halt dann auch der Lehrlinge oder die Azubine genauso natürlich für sich selber halt auch die Wäsche wäscht und so.
00:33:14: Und ich glaube da kommt unser Alter ja auch zur Gute, dass da Andy und ich selber keine Kinder haben.
00:33:19: bis jetzt kann sich da jetzt quasi auch niemand so untermugeln und dann so mit bemuttert werden.
00:33:26: Sondern irgendwie muss dann jeder so sein Ding halt machen, weil ich mich auch noch nicht bereit fühle für jemanden sechzehnjährigen die Wäsche zu waschen sondern da denke ich mir das kann ich dir zeigen wie es geht oder das kann ja auch gerne dreimal zeigen bei welchem Stoff man wie wäscht oder so.
00:33:40: aber ich gehe davon aus dass können sie dann auch selber und das bringt ihnen im Endeffekt halt mehr wenn Sie's dann einfach selber machen als wenn ich oder der Andi das für die machen.
00:33:49: Ja, wir hätten den beiden sicher noch stundenlang weiter zuhören können.
00:33:52: Aber ich denke das war schon ein ganz schöner Einblick in die Arbeit von Charlotte und Andi auf dem Biohof Gruber in Kiefersfelden!
00:33:59: Ich sage danke fürs Zuhören und eine Folge haben wir noch in der Serie Lebenswelt Landwirtin – ich freu mich wenn ihr wieder rein hört und seid schon mal gespannt wen Steffi Wimmer dann trifft.
00:34:08: Danke jedenfalls für das schöne Interview liebe Steffie und bis zum nächsten Mal Servus sagt Evidettel.
00:34:22: Die vierunddreißig Ökomodellregionen im Freistaat sind Teil des Landesprogramms Bio-Regio-Zwanzig-Dreißzig der Bayerischen Staatsregierung.
00:34:29: Damit soll der regionale Ökolandbau unterstützt werden, mit dem Ziel bis zum Jahr zwanzig dreißig insgesamt dreißzig Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern ökologisch zu bewirtschaften.
00:34:39: Die Ökomodell-Regionen in Bayern stehen für ökologicalen Landbau, ökologie Veredelung und ökologistes Genuss – sie fördern Wert und Wertschätzung für Akteurinnen und Akteure in den Regionen!
00:34:50: Weitere Infos finden Sie in den Shownauts und online unter ökomodellregionen.bayern.
00:34:55: Alles bio oder wie ist eine Produktion von Radio Buu im Auftrag der bayerischen Verwaltung für ländliche Entwicklung, Bereich zentrale Aufgaben?
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