Hofübergabe mit frischen Ideen

Shownotes

Heute hören wir, wie eine Hofübergabe im besten Fall laufen kann. Etwa 40 Kilometer nördlich von München, bei Freising bewirtschaften Maria und Johann Kirchfeld den Biohof Königsfeld. Vor gut sechs Jahren haben die beiden den Hof übernommen und Schritt für Schritt vom Nebenerwerbs- zum erfolgreichen Vollerwerbs-Betrieb umgewandelt. Mit viel Geduld und vielen guten Ideen.

Hier geht's direkt zur Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal und zur Geschichte von Maria und Johann Kirchfeld. Mehr Infos zu allen Öko-Modellregionen in Bayern finden Sie hier.

Die Podcastreihe "Alles BIO, oder wie?" ist eine Produktion von Radio BUH im Auftrag der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, Bereich Zentrale Aufgaben. Die 34 Öko-Modellregionen im Freistaat sind Teil des Landesprogramms „BioRegio 2030“ der Bayerischen Staatsregierung. Damit soll der regionale Öko-Landbau unterstützt werden, mit dem Ziel bis zum Jahr 2030 insgesamt 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern ökologisch zu bewirtschaften. Die Öko-Modellregionen in Bayern stehen für ökologischen Landbau, ökologische Veredelung und ökologischen Genuss. Sie fördern Wert und Wertschätzung für Akteurinnen und Akteure in den Regionen.

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00:00:00: seine eigenen Wünsche offen zu legen.

00:00:02: Das ist natürlich wichtig, aber auch wichtig ist vielleicht zum Starten eher zu fragen einfach sich vorzunehmen.

00:00:08: ich möchte jetzt in den ersten paar Gesprächen mehr Fragen stellen als Aussagen zu treffen weil dann zwingt man den anderen natürlich auch immer weiter in seiner eigene Welt einzudringen und sich selbst überhaupt Gedanken zu machen.

00:00:19: was ist mir wichtiger als Übergeber?

00:00:21: Weil das ist am Ende die Seite die eher zu kurz kommt und wo es dann auch zu konflikten kommt.

00:00:29: alles bio oder wie Servus, ich bin Evie Dettel und möchte die Menschen kennenlernen, die unsere regionalen Bioprodukte herstellen.

00:00:41: Meine Reise führt mich quer durch Bayern in die thirty- vier Ökomodellregionen – und heute hören wir wie eine Hofübergabe im besten Fall laufen kann!

00:00:50: Wir befinden uns etwa vierzig Kilometer nördlich von München bei Freising.

00:00:54: Dort bewirtschaften Maria und Johann Kirchfeld den Biohof Königsfeld.

00:00:58: Vor gut sechs Jahren haben die beiden den Hof übernommen, Schritt für Schritt vom Nebenerwerbs zum erfolgreichen Vollerwerbspetrieb umgewandelt – mit viel Geduld und vielen guten Ideen!

00:01:08: Bevor uns Johann Kirschfeld ihre Geschichte erzählt, machen wir uns aber erst mal über die Gegenschlau.

00:01:14: Alles bio oder wie heute wieder unterwegs in einer Ökomodellregion und dieses mal mit einem besonders schönen Namen, und zwar in der Ökomodel-Region Kulturraum Amphatal.

00:01:24: Und da ist bei uns jetzt eine der Managerinnen Rebekka Mühl Hallo!

00:01:27: Hallo!

00:01:29: Rebekah, erzählt doch mal was ist denn so das Besondere an der Region hier?

00:01:32: Wie der Name schon sagt, unsere Ökomodellregion besteht aus Gemeinden die alle an der schönen Amper liegen.

00:01:38: Das heißt unsere Region ist auch einfach sehr schön.

00:01:40: wir haben sehr viele Auenlandschaften und natürlich auch sehr viele tolle Biobetriebe.

00:01:46: Gibt es irgendeinen Fokus in der Landwirtschaft was besonders viel gemacht wird?

00:01:50: Ich würde sagen das ist eigentlich ganz gut durchgemischt.

00:01:53: Wir haben viele Grünflächen, viel Viehhaltung also ein bisschen was von allem.

00:01:58: Was habt ihr denn aktuell so für Projekte laufen?

00:02:01: Bei uns steht aktuell an erster Stelle die Außerhausverpflegung.

00:02:06: Wir haben gerade ein Projekt, in dem wir eine Ausschreibung in mehreren Gemeinden machen wollen um mehr Bio in die Kitas und Schulen zu bringen.

00:02:14: Das ist alles rechtlich sehr viel Arbeit aber wir freuen uns darauf um so eben auch die Qualität und Bio in den Schulen und Kitas voranzubringen.

00:02:23: Heute sind wir jetzt beim Biohof Königsfeld gelandet und natürlich auch, weil du uns hier hervermittelt hast.

00:02:29: Warum?

00:02:30: Was ist so das Besondere hier?

00:02:31: Der Biohof-Königsfeld ist wirklich sehr engagiert und die haben immer neue Ideen und zum Beispiel auch bei unserer Förderung machen sie regelmäßig mit um neue Projekte voranzubringen unterstützen uns auch teilweise im Entscheidungsgremium von der Förderungen.

00:02:45: also Wir arbeiten immer sehr gerne mit ihnen zusammen.

00:02:48: Und was die Biolandwirtschaft angeht wirklich ein Betrieb Ein sehr junges Paar ist es auch immer schön zu sehen, dass sie die nächste Generation das Ganze übernimmt.

00:02:58: Dann freue ich mich doch jetzt sehr, dass wir gleich Johann Kirchfeld kennenlernen.

00:03:02: Der kann uns ein bisschen erzählen was denn so alles passiert in den letzten Jahren und wir sprechen einfach gleich noch weiter.

00:03:07: Danke schön dabei!

00:03:16: Lieber Johann erst mal danke, dass du hier sein dürfen heute?

00:03:19: Ja gerne!

00:03:19: Es ist ein wunderschöner sommerlicher Tag und draußen wirklich sehr idyllisch, sehr schön als wir schon zu euch hergefahren sind.

00:03:25: also wirklich super schöner Ort.

00:03:28: Der Betrieb an sich hatte auch schon sehr lange Geschichte.

00:03:30: Und zwar noch nicht mal mit der Örtlichkeit hier, sondern los ging es tatsächlich ... Mit drei Milchkühen einem Ochsen und zehn Tagwerk Acker in den fünftiger Jahren schon!

00:03:40: Genau, das waren noch meine Schwiegeroma die Leni.

00:03:43: Ich hab ja eingeheiratet dann in dem Betrieb also meine Frau Maria hier geheiratete und dann haben wir zusammen gesagt gut wir wollen unbedingt den Betrieb weiterführen.

00:03:51: da hat die Oma Leni auch noch gewohnt und dementsprechend habe ich die Geschichten natürlich auch eins zu eins noch mitbekommen.

00:03:58: sie ist ja über neunzig geworden.

00:04:00: das heißt es war wirklich eine ganz ganze Zeit die man dann den Gesprächen auf die man zurückblicken konnte und immer Dorf die alte Rufstelle steht auch noch ist der alte Steier noch da.

00:04:11: Das heißt, es ist auch noch wirklich

00:04:13: sichtbar.".

00:04:14: Aber das heißt die haben damals wirklich einfach neu angefangen eben mit den Partieren, die ich genannt habe und haben sich das selbst aufgebaut?

00:04:20: Ja mein Schwiegervater Georg mit seiner Frau Trixi haben sich dann entschieden dem Betrieb auszusiedeln.

00:04:27: nach der Oma Leni wird der Betrieb nur noch im Nehme-Web geführt hatte sicherlich auch Auswirkungen wie der Betriebs sich in dieser Zeit entwickelt hat.

00:04:36: Aber die Rinder sollten mitgezogen werden.

00:04:39: Dann hat sich die Herde weg vom Milch wie entwickelt, hin zur Mutterkuh und zur Fleischerzeugung.

00:04:45: In der Tierzahl natürlich gestiegen.

00:04:49: Im Königsfeld war der Platz da, im neuen Stall konnten ungefähr sechzig Tiere

00:04:53: leben.".

00:04:53: Und dann kamen Maria als dritte Generation ins Spiel.

00:04:57: Kennengelernt haben sie sich passenderweise während ihres landwirtschaftlichen Studiums an der Hochschule in Wein-Steffam.

00:05:03: Ja, wir haben uns direkt im ersten Semester Biologievorlesung einfach zufällig getroffen und das hat gemetscht.

00:05:10: Dann haben wir einfach das Studium miteinander verbracht.

00:05:13: aber schon nach zwei Monaten eigentlich gemerkt hatte es mehr dass Maria dann Betrieb Zuhause in der Familie hat.

00:05:19: Das wusste ich zu dem Zeitpunkt logischerweise nicht.

00:05:21: Passte für mich natürlich auch perfekt da ich meine Ausbildung habe.

00:05:24: Ich hab doch alt studiert.

00:05:26: Auch schon praktisch viel unterwegs war und das war für mich ein perfekter Ausgleich zum Studium war eigentlich kein Ausgleich.

00:05:32: Es hat überhand genommen, also haben wir nur noch gearbeitet und studiert haben wir nebenher.

00:05:36: Kommst du dann auch aus der Landwirtschaft?

00:05:38: Nee gar nicht.

00:05:38: ich bin in Aachen groß geworden da auch zur Schule gegangen voll der Städter eigentlich und habe diese ganzen städtischen Einflüsse hier mit natürlich reingebracht.

00:05:49: War alles immer irgendwie lustig weil man da einfach ganz neue Wege findet Sachen anzugehen.

00:05:55: Was ist für dich jetzt das Schönste an deinem Leben jetzt?

00:05:58: So ist ja doch ganz was anders als du kennst.

00:06:00: quasi

00:06:00: Das Schönste ist grundsätzlich, dass du vor die Tür gehst und arbeiten kannst.

00:06:06: Also nicht ins Auto steigen musst, nicht in irgendeinem Stau stehen musst sondern direkt arbeiten kannst.

00:06:11: und jetzt wir haben Nachwuchs das du genauso dann auch einen halben Tag mal einfach dich spontan entscheiden kannst?

00:06:17: Nee!

00:06:18: Heute möchte ich mich um den Nachwuchskümmern.

00:06:20: oder Maria dann dem Fall unterstützen.

00:06:23: Das geht dann auch flexibel und spontan, dass genau dieser Mehrwert, den ich in der Selbstständigkeit des Landwirts gesehen habe

00:06:38: Ihr macht das Ganze jetzt seit ... zwanzig-zweiundzwanzig?

00:06:41: Im Vollerwerb.

00:06:42: Wie seid ihr da reingestartet, also da musste sich das ganze ja schon mal ein neues sortieren oder?

00:06:47: Ja wir haben direkt im Studium schon eigentlich gestartet mit dem Schwiegervater Georg und der Trixi zusammen.

00:06:53: Wir haben natürlich dann eher zugeholfen die ganzen Arbeiten übernommen, die angefallen sind gerade weil mein Schwiegervater noch in München in seinem normalen Beruf war.

00:07:01: Das heißt, wir haben quasi die Rotinaarbeiten mehr und mehr übernomm.

00:07:06: Gleichzeitig verträgt sich es dann natürlich immer schwieriger, wenn junge Menschen grad zu zweit Vollpower haben.

00:07:13: Da sind theoretischen Background auch noch an der Uni lernen und das gleiche aber natürlich hinten anstellen müssen.

00:07:20: Und dementsprechend haben wir dann im Gespräch einfach gemerkt, ja da macht ein Hofübergabe einfach Sinn, dass die Fahne weitergegeben wird und dann haben wir in den Hofe gepachtet.

00:07:33: War das schwierig, dieses Gespräch zu führen?

00:07:36: Anfangs war es eigentlich einfach.

00:07:38: Man kann diese Gespräche ja verschiedene Art und Weisen angehen.

00:07:42: Wir sind eher so immer der optimistische Typ, der erstmal die Ängste ausblendet und versucht loszulegen.

00:07:49: Natürlich gab's dann seitdem auch immer wieder Schwierigkeiten gerade im Hofübergabeprozess, die man angehen muss.

00:07:55: Die halten auch an über dauernden Zeiten aber ... Ich glaube, wenn das Ziel immer klar ist und man immer wieder versucht neu aufeinander zuzugehen, dass man dann auch diese lange Zeit überbrücken kann.

00:08:07: Und am Ende auch den Hof weiterführen können.

00:08:10: Ich glaub', dass der manchmal auch schwierig ist diesen Schritt zu gehen und sagen okay ich spreche jetzt mit meinen Eltern zum Beispiel weil er ja auch Respekt hat vor dem was die geschaffen haben wie sie arbeiten.

00:08:19: Was würdest du also als Tipp geben?

00:08:21: Besonnen ehrlich optimistisch

00:08:24: Ja und vor allem auch Fragen zu stellen Also nicht die Gespräche anzugehen und immer zu versuchen, seine eigenen Wünsche offenzulegen.

00:08:35: Das ist natürlich wichtig aber auch wichtig es vielleicht zum Starten eher zu fragen einfach sich vorzunehmen.

00:08:41: ich möchte jetzt in den ersten paar Gesprächen mehr Fragen stellen als Aussagen zu treffen weil dann zwingt man den anderen natürlich auch immer weiter in seiner eigene Welt einzudringen und sich selbst überhaupt Gedanken zu machen.

00:08:52: was ist mir wichtig als Übergeber?

00:08:53: Weil das ist am Ende die Seite die eher zu kurz kommt und wo es dann auch zu konflikten kommt.

00:08:59: Und was denkst du jetzt, paar Jahre später?

00:09:00: Wie sitzt dein Schwiegervater?

00:09:03: Sicherlich sehr positiv denke ich weil natürlich der Betrieb einfach in seiner Form weitergeführt wurde und das jetzt über schon mehrere Jahre hinweg.

00:09:12: Das ist ja eigentlich immer die Sorge dass junge Menschen starten mit viel theoretischen Ideen ein bisschen malerei so ein bisschen Hoffnungen machen, Vorstellungen haben die mit der realitätlichen Realität nichts zu tun haben.

00:09:27: Das ist dann eben diese Haltung vielleicht aber am Ende zeigt sich dann auch dass die jungen Menschen dann doch auch wandelbar sind und es gar nicht schlecht ist in den ersten Jahren mehr erst mal eine rosa roten Brille zu starten.

00:09:40: Wie viel würdest du sagen hat sich aber auch bewahrheitet das du gesagt hast.

00:09:44: okay wir kommen jetzt aus der Theorie Und haben dann doch ein paar Sachen nochmal umgeworfen als wir in der Praxis waren?

00:09:50: Gar nicht viel.

00:09:52: Und ich denke, das ist aber eher auf unser Studium zurückzuführen.

00:09:55: Weil wir natürlich da viel Rentabilitätsrechnung auch hatten.

00:09:59: der Fokus war nicht immer nur auf welche Möglichkeiten hat man als Landwirte sondern ganz klar ganz nah in der Praxis.

00:10:05: Das ist auch das Credo von der Hochschule bei den Steffern und das hat sich im Studium einfach so dann wieder gespiegelt.

00:10:12: Bei uns war es dann eher fast andersrum dass es vom Studium von theoretischen ja vom gelernten her dass man eigentlich Ideen er links liegen gelassen hätte, weil sie sich in der Rentabilität nicht rechnen lassen.

00:10:24: Und da kommt dann auch die Direktvermarktung und diese ganze Entwicklung von unserem Betrieb ins Spiel warum auf einmal doch Wege dar sind obwohl es die Theorie eigentlich nicht so her gibt.

00:10:38: War der Betrieb vor euch schon bio?

00:10:40: Wir haben zusammen umgestellt.

00:10:41: das war quasi noch der Staat weil mein Schwiegervater immer mit dem Ökolandbau gliebäugelt hat vielleicht eher aus dem extensiven Gedanken her dass man mal das mutig jetzt mal ein bisschen entspannter sein kann.

00:10:54: Ihm hat es auf jeden Fall immer schon imponiert, dass es Lösungen und Alternativlösung gibt dazu chemischen Pflanzenschutz zum Beispiel einzusetzen oder mineralischen Dünger.

00:11:02: weil die THG-Bilanzen diese Idee der Naturwissenschaftler und deswegen fühlt sich da eigentlich jeder gezwungen irgendwie das zu optimieren.

00:11:10: Und dann habt ihr's quasi noch miteinander?

00:11:12: Wir haben dann zusammen gestartet.

00:11:14: ich durch meine Ausbildung abreiten auf Ökobetrieben meine Ausbildung gemacht fühle ich mich auch praktisch dann dem Handwerkszeug ausgestattet, da einfach loszulegen.

00:11:23: Wenn ich nur studiert hätte ohne das Duale, dann hätte ich sicherlich mich das nicht getraut direkt zu starten weil man überhaupt gar keinen Plan hätte wie diese ganzen Geräte funktionieren die man ja zwangsweise dann braucht.

00:11:35: Seit zwanzig-zweiundzwanzig so im Vollerwerb hört sich jetzt noch gar nicht zu lange an, aber es ist schon sehr viel passiert.

00:11:40: Man sieht aber wenn man euren Weg anschaut das Schritt für Schritt eins nach dem anderen passiert.

00:11:44: Das ist seit jetzt nicht sofort mit allem, habt nicht sofort alles umgeworfen neu gestartet, sondern eins nach einem anderen ergänzt.

00:11:50: Was habt ihr da so alles geschaffen und verändert?

00:11:52: Ja gestartet sind wir grundsätzlich erstmal mit Geld verdienen weil nach der Betriebsverpachtung durch den Schwiegervater war natürlich vor uns erst mal kein Geld da Wenn ihr keine Töpfe die aus dem man sich bedienen kann weil.

00:12:08: Man hat es ja als Privatgesellschaft einfach mit seinem privaten hab.

00:12:12: und gut da muss auf einmal dann damit wirtschaften.

00:12:15: Und so haben wieder ein erst mal versucht aus dem was da ist mehr profit zu schlagen ergo des rindfleisch direkt zu vermarkten und selber wieder vom Metzger Retour zu kriegen.

00:12:27: Und die versuchen, die Tiere direkt an den Kunden zu bringen.

00:12:30: Vorher lief das immer nur über den Großzahnel bei Metzgereien.

00:12:33: Die haben das ganze Tier abgekauft.

00:12:35: Die Marge war dann dementsprechend gering.

00:12:38: D.h.,

00:12:38: das war der erste Schritt?

00:12:39: Ja!

00:12:40: Das hat auch bis heute gehalten.

00:12:42: also das war genau die richtige Entscheidung mit diesem Fleisch zu starten weil grad da brauchst du einfach einen ganz langen Atem da einen großen Kundenstamm aufzubauen, der dir dieser Vierhundert Kilo Fleisch dann auch abnehmen kann.

00:12:54: Weil es ist einfach ein Haufen Zeug was du dann unten in der Kühltruhe hast.

00:12:57: und wenn nur die Hälfte loswirst und das ist über vier fünf Monate alt, dann möchtest auch niemand mehr sehen und du selbst auch nicht und dann nickt's darum und dann kann man sich vorstellen was damit passieren muss.

00:13:07: Beim Fleisch habt ich noch eine Frage bei den Rindern.

00:13:10: Das war schon vor eurer Zeit, dass es diese Herde dieser Sorte ... Ich weiß nicht, ob man die Französisch spricht?

00:13:15: Blond d'Aquitaine!

00:13:18: Was sind denn das für Rinder?

00:13:19: Was ist da das Besondere?

00:13:20: Das kam aus dem Nemeerwerb von meinem Schwiegervater eher.

00:13:23: Damals war die Suche nach einer Rinderrasse, die leicht keibig ist.

00:13:28: Gleichzeitig für Mutter Cook eignet ist.

00:13:30: aber die Leicht- keibigkeit stand ganz klar im Vordergrund weil natürlich wenn er mein Schwiegevater in München arbeiten isst Dann kann er nicht für eine Keibung mal schnell abbrechen und... ...fünfzig Kilometer nach Hause düsen.

00:13:42: Und

00:13:42: leicht kalb, wie heißt das jetzt für Nichtfach-Leute?

00:13:45: Dass

00:13:45: es keils im Optimalfall von selbst rausflutscht!

00:13:48: Okay.

00:13:49: Das war ja für Oli eigentlich.

00:13:53: Ja aber man muss es ganz klar auch sagen wenn eine Kuh eine Supermilchleistung hat und ich züchte ganz stark auf Milchleistungen dann kann ich auch mal Die Leichtkeibigkeit zum Beispiel eher hinten anstellen.

00:14:06: Ich sage nicht hinten anstehen, aber eher in den Hintergrund rücken wenn ich sag die Milchleistung ist für mich aber jetzt wichtiger.

00:14:11: und bei uns ist es ja nicht so wie ich brauche keine Milch weil die Kälber trinken von den Müttern die Milche und deswegen isst für mich entscheidend die Fleischleistungen weil ich ja das Tier schlacht am Ende aber auch die Leichkeibigkeit weil wenn die Kuh verwirft weil sie Probleme haben im Becken oder die Becken sind nicht gut gestellt bei einigen Rassen ist das so Dann hab ich natürlich auch kein Kalb, was sich dann wieder mästen kann.

00:14:33: Dementsprechend ist für uns wirtschaftlich wichtiger, dass die Keilbung gut abläuft.

00:14:38: Gibt's diese Kühe oft in Bayern?

00:14:40: In Bayern ist es natürlich Fleckvieh dominiert.

00:14:43: Man kennt das mit Keilbungsproblemen doch eher aus anderen Staaten ... Mhm.

00:14:49: Aus anderen Ländern aber auch eher aus dem Norden.

00:14:53: Das Fleck Vieh ist schon, muss man sagen da hat Bayern einfach traditionell Glück mit der Rasse.

00:15:00: Dual-Rasse, egal ob industriell gehalten.

00:15:03: Voll auf Milchleistung gezüchtet.

00:15:05: Fleckvieh ist ein Allrounder, die machen gutes Fleisch und Kälber.

00:15:09: Die können das Gras gut verwerten.

00:15:11: Sie gewinnen schon in vielen Punkten gegen zum Beispiel eine Holzchenku.

00:15:17: Aber die schauen auch anders aus eure Kühe?

00:15:19: Kannst du die mal beschreiben vielleicht?

00:15:20: Genau wir haben zum einen ja die blonde Akitänen noch aus der Zeit von meinen Schwiegereltern.

00:15:27: Und jetzt haben wir aber auch wieder umgestellt Weil uns wichtig war, dass die Grundfutterverwertung – also das was die Kuh bei uns auf der Weile fressen kann.

00:15:36: Dass sie auch mit extensiveren Grünlandbeständen klarkommt weil wir ja auch verschiedene Wiesen haben, die wir später mähen und das muss die Kuch dann dementsprechend gut verwerten können, weil sie Fleisch produzieren soll.

00:15:48: Und da gibt es die Charolais-Rasse doch ein wenig mehr her als die Blondarchitenen, was das angeht aber was entscheidend war für uns.

00:15:55: Wir haben einen Züchter hier ums Eck in Pfaffenhofen Zuchttiere, die wir ja brauchen beziehen.

00:16:02: Das war bei blonden Aketen eben schwierig.

00:16:04: Da muss man dann immer auf kommunizielle Rinderhalter zugehen.

00:16:08: Die haben dann wieder aus Tschechien eine Lieferung gekriegt, weil sie da ihre Masttiere gekauft haben.

00:16:13: und dann hört man ja schon raus, dass es weite Wege sind, die die Tiere zurücklegen hat am Ende halt auch wenig damit zu tun wie wir eigentlich hier unseren kleinen Kosmos gestalten wollen.

00:16:24: Aber sag uns doch noch, wie die ausschauen?

00:16:29: Riesen bemuskelte Fleischtransporter.

00:16:34: Aber nur die Daki-Tan?

00:16:36: Oder die anderen auch?

00:16:37: Na,

00:16:37: beide.

00:16:39: Die Scharolä sind mehr so ... Die Bulligeren haben richtig dicke Beine und die Blonddakitänne sind so feineziehliche.

00:16:45: Die haben aber dafür extreme Muskeelausprägung.

00:16:49: Haben sie alle von uns zur Süße nahmen?

00:16:51: Tatsächlich die Fleischrassen, da ist Frankreich einfach Vorreiter.

00:16:56: Man kennt's ja auch, wenn man da mal im Urlaub ist.

00:16:57: Da gibt es ganz viel Mastbetriebe.

00:17:00: Die sind in der Zucht einfach nur ein bisschen mehr hinterher.

00:17:11: Welche Rolle spielt denn die Ökomodellregion für euch?

00:17:14: Wir haben gehört, dass ihr sehr eng zusammenarbeitet.

00:17:16: Auch ihr, die Ökomodell-Region unterstützt.

00:17:18: Wie ist da die Zusammenarbeit?

00:17:20: Die ist super!

00:17:21: Das hat vor allem gestartet schon ... Da hatten wir auch irgendwie ein bisschen Glück wahrscheinlich, weil wir extrem jung waren damals noch.

00:17:28: Es war gerade im Studium.

00:17:29: Ich glaub ich war ein zwanzig, Maria noch jünger Und dann hat die Theresa Hautsinger sich mit dieser Hofgeschichte bei uns gemeldet, weil da die Ökomodärregion ganz neu war und sie wollten die Betriebe porträtieren.

00:17:41: Und die Theresa ist?

00:17:43: Das war die erste Managerin von der Amphatala-Ökomodäregion.

00:17:48: Und das ging dann auch ganz spontan.

00:17:49: Sie hatten es noch in den Terminen von diesen Fotografen mit rein gebracht.

00:17:53: Das war glaube ich innerhalb von ein, zwei Monaten.

00:17:56: Es war der erste Kontakt.

00:17:57: Ich glaub sonst wäre ich erst viel später auf diese Ökomoderäregierung gekommen.

00:18:00: Und das hat natürlich auch den Weg offen gemacht zu der ersten Förderung, die wir beantragen konnten.

00:18:04: Ich hab das Geld schon angesprochen und es sind keine Töpfe da aus denen man sich bedienen kann am Anfang.

00:18:09: Und dann ist so eine Fördering natürlich ne super Sache weil du einfach in etwas investieren kannst und weißt so wenigstens krieg ich da jetzt fünfzig Prozent von mein Invest wieder.

00:18:20: Was war denn die erste Förderungen?

00:18:21: Es war dann das Feldgemüse also unser Abokistenverkauf, Biokisten Verkauf verbunden mit dem Feld Gemüseanbau.

00:18:28: Da brauchen wir natürlich technische Geräte und die haben wir dann über den, über die Förderung beantragt.

00:18:33: Und es waren Sähmaschinen?

00:18:35: Da waren Sähmaschinen dabei genau für die Gemüsesaten.

00:18:39: Dann war noch ein Hackrahmen dabei mit dem man das mal im Traktor die Kultur hacken kann weil das wusste mir damals auch Wir können uns jetzt nicht einen neuen Produktionsfall ganz beinlegen Indem wir mit unserer Arbeitszeit halt extrem gefordert sind.

00:18:53: Das war nicht das Ziel sondern es war rein Die Direktvermarktungen irgendwie ein bisschen auf zu auf zu blähen, um mehr Produkte selbst zu erzeugen.

00:19:01: Also das heißt ihr hattet Fokus Fleisch erst mal?

00:19:04: Das auf Spurt zu brennen sozusagen oder euren Kurs und aber gleichzeitig schon Gemüseambau gestartet?

00:19:10: Nicht gleichzeitig, aber ein Jahr später dann mit der Förderung... Dann war der Weg quasi da offen im Kleinen zu starten.

00:19:17: Es war auch wirklich klein, es waren ... ... zweitausend Quadratmeter.

00:19:20: also so erstmal ausprobieren die Technik haben wir schon so gekauft dass ist auch für einen Hektar ungefähr reicht.

00:19:27: Aber uns war ganz wichtig, dass wenn das überhaupt nicht funktioniert.

00:19:30: Weil wir haben hier einen Boden ... Wir wissen nicht wie das Gemüse da wächst.

00:19:34: Ist die Schneckenbelastung extrem hoch?

00:19:36: Dann kannst du das knicken!

00:19:37: Und dann haben wir es erst mal ausprobiert ein Jahr und gemerkt, ja, das passt.

00:19:42: Auf eurer Homepage steht auch, dass Boden für euch Lebensgrundlei ist.

00:19:46: Was bedeutet das?

00:19:48: Ja, das bezieht sich eher aufs Gemüso und vor allem auf die verschiedenen Kulturen, für die humanen Ernährung anbauen.

00:19:56: Also wir haben nur zehn Hektar Ackerflächen, auf den zehn Hekter bauen wir ein Drittel Kligras an für die Mutterkühe.

00:20:02: das heißt wir haben noch circa sechs bis sieben Hektare übrig, die wir wirklich bewirtschaften können.

00:20:07: und da möchten wir uns einfach nicht erlauben dass dadurch eine fehl Bewirtschaftung oder einfach nicht gute Bewirtschaftungen wenn man nicht hinterher ist, dass wir dann in den Erträgen zurückgehen.

00:20:18: Und da haben wir uns dann auch für ein spezielles Anbausystem entschieden, weil das mit dem Gemüse und dem Getreide und den Ölfrüchten ist alles ein Anbaussystem.

00:20:27: Das matcht perfekt!

00:20:29: Da haben wir unseren Friedammkultur entschieden um einfach mit einem Gerät den Ackerbau vollumfänglich abhandeln zu können.

00:20:38: Und das hat natürlich dann auch wieder wirtschaftliche Gründe, weil wenn ich nur ein Gerät brauche habe ich auch viel weniger Investitionskosten als wenn beim Flug, ja da kann ich aufzählen.

00:20:50: Also da gibt's so viele verschiedene Geräte das muss man natürlich auch alles dann kaufen.

00:20:54: Klingt

00:20:59: so als wäre es bei euch immer so eine Kombination aus?

00:21:02: Alles in Ruhe durchdenken aber auch ausprobieren

00:21:06: Ja genau und vor allem was eigenem Kapital.

00:21:09: also wir haben nie versucht oder auch nicht daran gedacht mit einem Darlehen zum Beispiel sowas zu finanzieren.

00:21:15: Also es ist ja normal, dass man eigentlich wenn man neuen Betriebszweig plant.

00:21:19: Dass man dann natürlich auch den Weg zur Bank geht weil man einfach Kapital braucht.

00:21:23: aber da haben wir immer gesagt Wenn wir schon so langsam starten und eigentlich gar nicht wissen worauf wir uns da einlassen Dann lass es wenigstens versuchen Unverschuldet zu machen solange es geht bis das Eigenkapital da mal ein bisschen da ist dass man dann auch schlechte Zeiten überbrücken kann.

00:21:38: Und bis jetzt läuft's?

00:21:40: Ja genau Wir haben Jetzt genau diesen Punkt erreicht, wo wir dann auch in der neuerbare Energiegewinnung investieren.

00:21:47: Also wir sind gerade mit einer großen PV-Anlage dabei und da ist natürlich dann der Weg zur Bank nötig.

00:21:53: Und das funktioniert nur weil wir eben über die Jahre hinweg schon uns da eher zurückgehalten haben.

00:21:58: Das passt jetzt auch gut zum ganz netten Thema bei euch.

00:22:01: ihr habt ein Gewächshaus angeschafft, dass schon ein bisschen in die Jahre gekommen war oder schon teilweise kaputt war also nicht was ganz Neues mit Kredit sondern bewusst sehr nachhaltig investiert.

00:22:13: Und habt dann die kaputten Scheiben vom Dach, der setzt aber nicht einfach nur mit Scheibe sondern auch mit einer Privao-Anlage?

00:22:20: Ja wir hatten zu der Zeit zwar vor zwei Jahren wo es in Binnigbäuern so stark gehagelt hat, wo's gestürmt hat da war die Klostergärtnerei dann zerstört durch den Hagel.

00:22:31: das Paar hat sich dort dann eben entschieden sie hören mit der Gärtnerei auf weil die Umstände einfach ist nicht mehr hergeben weiterzumachen.

00:22:38: Das war für uns an diese Chance des Gewächshaus eigentlich zu sehen und dann aber auch gleichzeitig ein relativ guter Erhalten ist, ranzukommen.

00:22:47: Weil es ja nicht so heruntergewirtschaftet war im Sinne von wir machen das solange bis das Gewächshaus verfällt sondern einfach der Hagel hat die Gläser zerstört, sie wollten nicht weitermachen.

00:22:56: Wir hatten die gute Chance des Gewächsaus abzubauen dort vor Ort

00:22:59: Und die waren wahrscheinlich auch froh?

00:23:00: Die waren froh noch ein paar Euro zu kriegen dafür.

00:23:03: und dass mit der PV... Das hat sich in der einen Woche wo wir versucht haben, das zu entscheiden ob wir es kaufen hat sich das schon ergeben weil die die Maße einfach perfekt vom Gewächshausglas auf die Modulmaße passen.

00:23:16: Das Glas aber zu teuer war und ich aus dem Aspekt dann eher gedacht habe Es gibt's ja nicht dass ich jetzt neues Glas kaufe Aber es kann wieder so hageln auch bei uns.

00:23:26: Und wenn in zwei Jahren wiederes Glas kaputt ist Dann haben wir finanzielles Problem.

00:23:30: Aus dem Aspekten bin ich gekommen.

00:23:32: Gab's die Module grade neu, hab ich auf der Inter-Solaren München gesehen.

00:23:37: Doppel VSG-Glas und ... Die Dinger kosten nichts!

00:23:40: Und rein wirtschaftlich wär sogar vernünftiger gewesen diese Module zu benutzen aber den Sturmen nicht zu verwerten einfach weil die Gläser so stabil sind

00:23:48: Aber macht natürlich noch mehr Sinn wenn man ...

00:23:49: Genau!

00:23:50: Und jetzt haben wir da eigentlich eine super Sache weil es über den Tomaten auch unseren Strom gewinnen können für unser ganzer Hofstelle Sehr gut.

00:24:05: Inzwischen ist es gar nicht mehr so leicht, alle selbst erzeugten Produkte vom Biohof Königsfeld mal schnell aufzuzählen.

00:24:12: Eins ist aber klar – vom eigenen Fleisch und der Biokiste bis zum Sonnenblumen- und Rapsöl!

00:24:17: Der Hofladen von Maria & Johann ist prallgefüllt mit sehr vielen eigenen Produkten.

00:24:22: Außerdem bietet sich der wunderschöne Biohof natürlich auch als Erlebnis Bauernhof für Schulklassen an.

00:24:27: Ach ja… Und Hühner haben die beiden noch?

00:24:30: Hühners haben wir auch noch ….

00:24:31: das stimmt ich verliere manchmal selbst ein wenig den Überblick.

00:24:34: Die Hühner haben eigentlich eher weniger Gewicht, die passen natürlich mit dem Hofladen super ins Konzept.

00:24:40: Aber die laufen mit?

00:24:40: –

00:24:41: Die laufen mit.

00:24:42: aber jetzt ist die Nachfrage so was von angestiegenem letzten halben Jahr dass wir da eigentlich gezwungen sind auch nochmal nachzulegen mit einem neuen Stall.

00:24:49: Aber

00:24:49: es ist ein Luxusproblem

00:24:51: oder nicht?

00:24:52: Ja schon in dem Sinne ja.

00:24:54: doch muss man ganz ehrlich so sagen das ist ja das Tolle.

00:24:56: wenn die Nachfragen höher als man selbst produzieren kann ist das immer ein Luxusproblem.

00:25:01: Aber das heißt ja, man hört ja jetzt oft.

00:25:03: Man muss sich auf eine Sache spezialisieren und eine Nische finden damit man das überhaupt noch machen kann.

00:25:07: Bei euch ist es eh das Gegenteil.

00:25:08: Es ist eine Mischkalkulation aus sehr vielen Komponenten.

00:25:11: Ja und vor allem am Ende auch aus dem Marketing.

00:25:14: Also diese ganzen Dinge spielen natürlich auch uns Marketing mit.

00:25:17: rein im Spezialisierter Betrieb habe ich immer schwer mich beim Kunden interessant darzustellen weil's immer wirkt für den Öko-Konsumenten, der hat sich voll da eingeschossen.

00:25:31: und dann kommen die ganzen industriellen Bilder mit dazu.

00:25:34: Wann ist man noch industriell?

00:25:35: Wann isst man noch ein kleiner Familienbetrieb?

00:25:37: Dann schwimmen da ganz viele Bilder mit und das hat natürlich Auswirkungen auch auf den Konsument am Ende ob er bei uns kaufen möchte oder nicht.

00:25:44: Und dass es schon einen Gesamtkonstrukt muss man so betonen.

00:25:48: Gewisse Dinge rechnen sich in unserem Tun nicht Aber die spielen eben in das Image mit rein und dann rentieren sie sich schon wieder.

00:25:55: Und sind auch extrem wichtig, deswegen werden dir dann nicht wieder fallen gelassen nur weil dieser eine Betriebszweig vielleicht nicht so gut läuft.

00:26:02: Was wäre es zum Beispiel?

00:26:04: Ja, die Hühner sind ganz klar viel Arbeit für wenig Huen.

00:26:07: wir haben ja einen kleinen Stall, hundertzwanzig Legehennen.

00:26:09: Wir müssen aber den ganzen Stall genauso oft versetzen wie ein Großen, wir müssen täglich hingehen.

00:26:14: Das sind all diese gleichen Arbeiten, die wir mit der doppelten Legehennenzahl hätten.

00:26:18: Aber deswegen dann zu sagen wir lassen's kommt nicht infrage oder kamen nicht infrage und jetzt ist ja genau das andere eingetreten.

00:26:25: Die Eier werden so nachgefragt, dass wir da auch weiter investieren können weil dann rentiert sich es auch wirklich.

00:26:31: Gibt's noch weitere Pläne gerade was du noch oder was ihr noch machen möchtest?

00:26:35: Wir machen eigentlich immer am Jahresende so ein kleines Brainstorming schauen was haben wir jetzt umgesetzt und was läuft was läuft nicht?

00:26:42: Und jetzt haben wir eigentlich gemerkt, dass... wir haben einen super Fundament geschaffen und ist jetzt eigentlich ein Traum weil wir nur noch optimieren müssen

00:26:50: Und das in ein paar Jahren?

00:26:51: Ja, und es ist auch dementsprechend viel Kapital geflossen.

00:26:55: Wir haben viel in den Betrieb investiert, haben natürlich auch kaum Urlaube gemacht, konnten nicht ins Außenbraus leben.

00:27:02: was einfach Geld ausgeben angeht wollten wir noch nicht aber das zeigt jetzt eben auch dass der Betrieb da profitiert wenn man mal ein paar Jahre zurücksteckt.

00:27:11: und jetzt geht's eher daran die die verschiedenen Zweige noch perfekt zu optimieren besser auszunutzen um dann am Ende aus den verschiedenen Zweigen mehr Kapital zu schlagen.

00:27:27: Wir haben vorher schon gehört, Ökomodellregion und euer Hof große Freundschaft, würd ich sagen.

00:27:31: Also gute Zusammenarbeit beidseitig du setzt dich auch ein oder ihr engagiert euch natürlich auch.

00:27:37: Warum ist dir das so wichtig?

00:27:39: Naja, ich hab das recht schnell gemerkt, dass wenn politisch etwas gewollt ist an dem Fall die Ökomoderregion Ziel-Ökolandbau – dreißig Prozent.

00:27:48: wir machen Ökomodellregionen Dann wird das schon laufen.

00:27:51: Ja, hat man gesehen es läuft in dem Sinne nicht.

00:27:54: Was aber läuft ist schon sind die Projekte, die die Zusammenarbeit zwischen den Ökomoderegionen.

00:27:59: ich habe auch schon Telefonate geführt mit anderen Ökomoderegen und Landwirten, die dort auch investiert haben Und hab mir da natürlich auch dann Knowledge rausgeholt aus dem Ganzen.

00:28:09: das heißt Es findet auf jeden Fall so ein Networking statt und das braucht auch Zeit.

00:28:14: Das kann man nicht politisch runterbrechen in der Sitzung und fragt einfach Rechnen diese Moderation sich macht das Sinn, da politisch Geld zu versenken.

00:28:23: Dementsprechend war mir das eine Angelegenheit dass ich da als Landwirt eben auch mitwirke so gut ich kann weil natürlich profitiert die Moderation nur von den Menschen die dort irgendwie miteinander umgehen und Ich kann nicht von irgendeinem Manager erwarten dass der da all die Arbeit macht Und mich dann zum Beispiel auf einer Förderung ausruhen.

00:28:41: also es für mich dann schon geben und nehmen.

00:28:43: Ich bin froh dass es so eine Förderungen gibt.

00:28:46: Jetzt seid ihr ja wirklich noch recht jung.

00:28:47: Trotzdem hab ich das Gefühl, wahrscheinlich werden es jetzt manche Leute hören und sich denken, Mensch, ist schon sehr inspirierend.

00:28:53: Geht's dir so, dass dich Leute wirklich fragen um Tipps?

00:28:56: Dass ihr eher die Seite, die den anderen Tipps geben wie man startet oder vielleicht machen kann?

00:29:02: Ja ... Und nein!

00:29:04: Tipps im Sinne von Öffentlichkeitsarbeit.

00:29:06: Wir haben ja auch mit unserem Ackerbausystem immer einmal mehr Feldtage.

00:29:10: da können andere Landwirte als Fachpublikum in dem Sinne freiwillig vorbei kommen wenn sie sich dafür interessieren eher nicht unbedingt um da so Tipps oder Ratschläge zu geben, sondern einfach so Inspirationen zu sein.

00:29:24: Welche Wege kann man noch gehen im Ackerbau vor allem?

00:29:28: Das baut sich natürlich auf wie mehr Feldtage man hat, desto größer wird dieser Kreis in Bayern der einen kennt.

00:29:32: und natürlich ist eine Lampfwirtschaft auch noch viel einfach in der Unterhaltung statt dem Gespräch.

00:29:38: Und dann kommt schon immer mehr Rücklauf.

00:29:41: Doch wir haben jetzt schon immer mehr E-Mails, Anrufe.

00:29:44: Natürlich habt ihr Erfahrungen damit und das bezieht dann auch auf unsere Förderprojekte aus der Modern Region weil die sind natürlich in dem ganzen System mit drin.

00:29:53: Aber

00:29:53: das ist doch auch ein schönes Gefühl oder?

00:29:55: Ja total!

00:29:56: Also natürlich muss man irgendwann schauen wie man das Ganze noch handhaben will, wie man es managet, weil... Das ist dann natürlich auch unbezahlt.

00:30:02: In dem Sinne ja es ist eine Beratungstätigkeit.

00:30:06: aber da gibt's tatsächlich dann doch oft schöne Wege da Geld rauschlangen kann, nicht im Sinne von man macht irgendwelche Pauschalen.

00:30:13: Aber zum Beispiel dass man bei diesen Feldtagen dann einfach ein Rindfleisch auf den Smoker legt und das auf Vorbestellungen läuft und die Menschen können dann bei dir abends noch das dazu buchen und dann hast du schon wieder etwas verwertet.

00:30:33: Johann, du hast vorher erzählt mit Reisen war in den letzten Jahren bei euch nicht zu viel los?

00:30:37: Weil ihr natürlich sowohl Zeit als auch Geld in den Aufbau eures Hofs gesteckt habt.

00:30:42: Trotzdem hat dich eure landwirtschaftliche Tätigkeit bis nach Afrika geführt, nach Uganda.

00:30:47: genauer gesagt

00:30:48: Ja genau das sind dann diese Zufälle die man sich manchmal erträumt.

00:30:53: Das war nämlich schon irgendwie ein Traum wenn man öffentlichkeitsarbeiten macht als Betrieb dass man gleichzeitig auch dann vielleicht mal da eine Chance hat zu was eingeladen zu werden.

00:31:02: Tatsächlich habe ich diesen Gedanken schon lang und über Naturland, übers bayerische Bildungswerk hat sich das dann zufällig ergeben.

00:31:09: Wir hatten öfter aus Afrika Delegation oder Abordnungen hier die sich einfach die Direktvermarktung angeschaut haben und über Ökolandbau etwas sich anschauen wollten.

00:31:17: Und dann hieß es auf einmal wir haben selbst eine Reise geplant.

00:31:21: habt ihr nicht Interesse mitzufahren?

00:31:23: Aber gibt's da so viele Parallelen?

00:31:25: Zwischen der Landwirtschaft dort?

00:31:28: Das ist ganz schwierig, weil das war auch meine Frage.

00:31:30: Es war die einzige Frage, die ich eigentlich so richtig mitgenommen habe.

00:31:33: Die Probleme sind irgendwie schon die gleichen, weil sie ursprünglich sind also einfach Pflanzen zu haben, die krank werden trotzdem auf die Lebensmittel angewiesen zu sein in dem Fall und dann da akkabauliche Lösungen zu finden.

00:31:47: Und die Chemische...das ist das Lustige!

00:31:50: Wir als europäischer Bauern können uns ja chemischen Pflanzenschutz Da ist eine andere Sache.

00:31:58: Die müssen auch chemischen Pflanzen, Schutz und Dünger gut kaufen aber es kostet sie halt extrem weil die großen Konzerne natürlich sind die gleichen wie hier Aber die Preise versuchen die natürlich auch da irgendwie anzugleichen oder anzupassen.

00:32:13: Das heißt für dies die industrielle Konventionelle Landwirtschaft immer mehr so ein Investment.

00:32:18: Ich muss immer richtig finanziellen Vorleistungen gehen um dann überhaupt etwas zu ernten.

00:32:23: das ist vielleicht auch ein bisschen Propaganda dabei.

00:32:25: Aber dann haben die eben genau die gleiche Frage wie wir, welche Alternativ-Lösung gibt es um auf das eine zu verzichten.

00:32:33: Und das ist in dem Fall der Ökolandbau.

00:32:35: Hierzulande erwarten die meisten Menschen ganz andere Beweggründe von Landwirten, die auf Bio umstellen.

00:32:41: Tatsächlich ist das Geld aber auch hier ein immer wichtiger Aspekt, der zusätzlich für den Ökelandbau spricht.

00:32:47: Die Arbeit mit Kreislaufwirtschaft kann steigende Kosten etwas abfedern Und wer keinen synthetischen Dünger und Pflanzenschutz braucht, der ist unabhängiger.

00:32:55: Das stärkt unsere Lebensmittelsicherheit!

00:32:58: Aber wir schauen noch mal kurz zurück nach Uganda – denn dort sind für die Landwirte nicht nur die finanziellen sondern natürlich auch die praktischen Umstände ganz anders als hier in Bayern.

00:33:08: Wir sind dann mit einem fünfköpfigen Team von landwirtschaftlichen Unternehmern aus Bayern dorthin geflogen nach Uganda sind dann hauptächlich von Schule zu Schule gereist in dem Land und haben wirklich mit der ruralen Bevölkerung da vor Ort gequatscht, mit den Landwirten vor Ort.

00:33:27: Das war mal ein bisschen wie so'n Meeting das die da hatten oder eine Schulung, so kann man sich jetzt vorstellen.

00:33:32: und wir haben einfach ne Präsentation gehalten auf Englisch und versucht zu erklären, wie wir etwas machen.

00:33:39: Und genau da entstehen natürlich auch die Konfliktpotenziale, weil das Schönste war ... Ich hab das Bild von unserer Farm gezeigt auf der ersten Folie und hab direkt in den Gesichtern der Farmer dort gesehen.

00:33:51: Jetzt sind wir gespannt, was er uns erzählt.

00:33:53: Weil wenn ich so eine Farm hätte hier in Uganda, dann wüsste ich auch wie ich überleben kann und finanziell gut dastehe?

00:33:59: Aber das sind die Probleme ganz andere Probleme.

00:34:03: Das muss man nicht ... Da lernt man mit umzugehen!

00:34:11: Johann, danke vor allem für deine Ehrlichkeit.

00:34:13: Ich finde es sehr schön, dass du ehrlich drüber sprichst was ihr macht.

00:34:16: Aber natürlich auch sagst... Natürlich muss man auch schauen das man Geld verdient am Ende weil so geht's uns allen egal in welchem Bereich.

00:34:21: Das ist ganz klar.

00:34:22: und auch schön dass es mit der Öko-Modellregion hier so gut klappt.

00:34:25: Wir dürfen ja doch ganz Bayern fahren und uns das immer anschauen Und es ist sehr schön solche Beispiele zu sehen.

00:34:30: Gibt es irgendwas was du uns noch mitgeben möchtest?

00:34:32: jetzt final?

00:34:33: Das ist natürlich immer eine schwierige Frage am ende.

00:34:36: Nein ich glaube ich habe jetzt viel geredet Das passt.

00:34:39: Alles Gute euch und wir werden es weiterhin verfolgen, ich bin mir sicher da kommt noch was Neues irgendwann.

00:34:44: Auf

00:34:45: jeden Fall!

00:34:45: Dankeschön!

00:34:47: Und zum Schluss schauen wir nochmal kurz in die Ökomodellregion Kulturraum am Patal zu Managerin Rebecca Mühl.

00:34:54: Und ihr habt ja dieses Jahr erst ein neues Projekt verwirklicht?

00:34:58: Worum handelt sich's?

00:34:59: Genau, wir haben unseren digitalen Einkaufsführer online gestellt.

00:35:03: Das ist eine Internetseite, wo wir ganz viele Hofläden, Betriebe mit Direktvermarktung, Gastronomiebetriebe

00:35:10: etc.,

00:35:11: alles aufgelistet haben um eben auch dem Endverbraucher zu zeigen, wo er denn seine Bio-Lebensmittel kaufen kann ohne jetzt in den klassischen Supermarkt gehen zu müssen.

00:35:20: Läuft sehr gut!

00:35:21: Wir haben sehr viele Betrieben inzwischen und es kommt auch sehr gut an.

00:35:24: Wir haben schon sehr viel positives Feedback gekriegt.

00:35:27: Rebecca, dann bedanke ich mich auch noch mal ganz herzlich bei dir.

00:35:30: Wir durften wieder einmal auf einem wunderschönen Hof oder bei einer wundeschönen Geschichte vorbeischauen und ich hoffe, wir kommen bald mal wieder

00:35:36: zu euch in die Ökomodellregion

00:35:38: Kulturraum am Patal!

00:35:40: Sehr gerne!

00:35:41: Und wir hören uns natürlich bald wieder mal schauen wo uns die Reise dann hinführt.

00:35:45: Servus für heute sagt Evie Detl.

00:35:50: Die Vierunddreißig Ökomodellregionen im Freistaat sind Teil des Landesprogramms Bioregio-Zwanzig Dreizig der Bayerischen Staatsregierung.

00:35:58: Damit soll der regionale Ökolandpa unterstützt werden, mit dem Ziel bis zum Jahr zwanzig Dreißig insgesamt dreißig Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern ökologisch zu bewirtschaften.

00:36:09: Die Ökomodellregionen in Bayern stehen für ökologischen Landbau, ökologe veredelung und ökologisten Genuss.

00:36:15: Sie fördern Wert- und Wertschätzung für Akteurinnen und Akteure in den Regionen.

00:36:20: Weitere Infos finden sie in den Shownotes und Online unter www.ökomodelregionen.bayern.

00:36:25: Alles bio oder wie ist eine Produktion von Radio Buu im Auftrag der Bayerischen Verwaltung?

00:36:30: verländliche Entwicklung Bereich zentrale Aufgaben?

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